Der Asphalt liegt schwer auf dem Boden.
Er hält ihn trocken, heiß, sprachlos.
Asphalt ist praktisch!
Aber er erstickt das Leben.
Seit wir 2017 hier landen, träumen wir davon,
die erstickende Schicht aufzuhacken.
Nicht aus Zerstörungslust, sondern aus Zuneigung.
Weil Boden atmen will.
Weil Wasser versickern möchte.
Weil Wurzeln ihren Weg kennen.
Mich haben schon immer Pflanzen fasziniert, die es schaffen aus kleinen Ritzen zu wachsen und Pionier*innenarbeit für das Leben leisten.
2019 wird aus Pacht Eigentum. Dank unserer Arbeit und 250 Anleger*innen bekommen wir die Verantwortung und die Freiheit diesen Ort neu zu denken und zu gestalten.
Im Sinne der Lebendigkeit&Vielfalt. Danke dafür!
Der erste feierliche Akt: kein Schnittband, kein Schlüssel –
Ein Schlag in den Asphalt.
Wir pflanzen eine Dorflinde.
Wenig später setzt die Künstlerin und Mitbegründerin des Cambium, Nina Vobruba, weitere „Akupunkturpunkte der Transformation“.
Ihre Arbeit nestbau wird mit dem Kunsthallenpreis ausgezeichnet.
Asphaltschollen reisen in die Wiener Kunsthalle.
Birken und Blauglocken wachsen aus ihnen.
Nach der Ausstellung kehren sie ins Cambium.
Sie landen. Sie wurzeln.
Aus Parkplatz wird “Platzpark”
Lebendige Nieschen.
Es summt, krabbelt, schattiert.
Kinder fahren im Kreis, Bienen fliegen im Zickzack.
Es zirpen die Grillen und quaken die Frösche.
Der Boden trinkt Regen, schwitzt, lebt, reguliert.
Entsiegelung ist aber keine Romantik.
Sie ist eine Notwendigkeit.
Und wir sind noch lange nicht fertig.
Weil noch viel unter der Oberfläche wartet…. bleibt sie,
die LUST den Asphalt zu brechen!
Links: https://kunsthallewien.at/ausstellung/preis-der-kunsthalle-wien-2019
